Hier nun in aller Kürze die relevanten Fakten:
- Bei der Auswertung der Umfrage unter den Blogkarneval-Teilnehmern habe ich herausgefunden, dass die meißten Beiträge gar nicht speziell für den Blogkarneval entstanden sind. Somit erweist sich meine ursprüngliche Fragestellung: Wie entsteht ein ‘erfolgreicher’ Business-Blogkarneval-Beitrag? als wenig sinnvoll.
- Die neue Fragestellung bezieht sich nun also auf Blogeinträge im Allgemeinen. Um das Feld etwas einzuschränken, lasse ich private Blogs ganz außenvor und konzentriere mich auf Business-Blogs aus Marketing und PR.
- Ein Vorteil entsteht so für meine Analysen: Ich kann thematisch wirklich gleiche Beiträge wählen und vergleichend analysieren. Außerdem kann ich den Original-Kontext des Beitrags (Blog-Aufbau, -design) mit einbeziehen, der bei der Karneval-Analyse, durch den Host-Blog, keine Rolle gespielt hätte.
Jetzt heißt es, in die etwas andere Richtung nochmal voll durchstarten.
Kategorien: Meta
-
Erscheinungsformen:
-
Signal- und Hinweisfunktion haben auf Dokumentebene Hyperlinks, auf Textebene boolean operators (‘und’,'oder’,'nicht’) und auf Satzebene leads und slogans.
-
Hyperlinks sind generell Optimierungsmerkmale. Sie sollten aber weder am Satzanfang stehen oder mehr als einmal pro Absatz auftauchen. Dann können sie eine gegenteilige Wirkung haben.
-
Eine Studie von Morkes zum Leseverhalten im Netz zeigt, dass „nur 16% der Leser den Text im Detail rezipieren“: dem Überfliegenenden Leser kommt ein Text entgegen, der
-
einen bedeutungsträchtigen Untertitel hat.
-
Schlüsselwörter enthält.
-
Auflistungen enthält.
-
ein Ideenkonglomerat segmentiert (eine neue Idee pro Abschnitt).
-
den halben Textaufwand traditioneller Medien hat.
Crijns, Rogier. 2001. „Elemente textuellen Appelierens in der digitalen Produktwerbung: Textgestaltung und kulturspezifische Appellformen im Webvertising“. In: Handler, Peter (Hrsg). 2001. E-Text: Strategien und Kompetenzen. Frankfurt am Main: Peter Lang GmbH. S. 45-66.
Kategorien: Sprache im Netz
-
Durch suggerierte Nähe zum Kommunikationspartner: direkter Adressatenbezug, mehr metadiskursive Äußerungen, (evtl. mehr Spontanität, Affektivität, humoristische Äußerungen)
Eckkrammer, Eva Martha. 2001. „Textkonventionen im Medienwechsel“. In: Handler, Peter (Hrsg). 2001. E-Text: Strategien und Kompetenzen. Frankfurt am Main: Peter Lang GmbH. S. 45-66.
Perrin, Daniel. 2001. „‘Wir tun uns hier mal um den Inhalt herummogeln’: Strategien computergestützter Textproduktion beim Nachrichtenschreiben“. In: Handler, Peter (Hrsg). 2001. E-Text: Strategien und Kompetenzen. Frankfurt am Main: Peter Lang GmbH. S. 193-220.
Kategorien: Sprache im Netz
- Medium = das Mittlere = Überbrückung von Zeit und Raum
- Elemente verschiedener alter Medien sind Bestandteile der Neuen Medien: Daher ist der Medienvergleich (v.a. mit der ursprünglichen Form mündlicher Kommunikation, Rhetorik) immer sinnvoll
- Auch die Dimensionen der Rhetorik memory und delivery sind untersuchbar. Was unterstützt das im-Gedächtnis-bleiben (Rezeption, Visualisierung)? Wie ist die Realisierung (Steuerung, Selektivität)?
- Im Web 2.0 ist der Autor häufig mehr als Inszenator und Arrangeur zu sehen. Es manifestiert sich außerdem der „Wandel von der eher passiven Rezeption zur aktiven Nutzung in funktionaler Hinsicht.“
- Medien beeinflussen sich gegenseitig: „fremde Zeichen“ im Web 2.0 sind Zitate, Hyperlinks, via uvm. Es entstehen gelegentlich komplexe „Text-Bild-Ton-Konglomerate“.
Sauer, Christoph. 2001. „Vom ‘Alten’ im ‘Neuen’: Zur Bestimmung der Integration früherer Medienentwicklungen in multimediale Textgestaltungen“. In: Handler, Peter (Hrsg). 2001. E-Text: Strategien und Kompetenzen. Frankfurt am Main: Peter Lang GmbH. S. 23-44.
Kategorien: Rhetorik · Sprache im Netz
- Rascher Zuwachs an (mehr oder weniger professionellen) schriftsprachlichen Kommunikaten durch die technischen Weiterentwicklungen und Vereinfachungen und die „Veralltäglichung“ von PC und Internet
- Bottom-up (Text entsteht beim Schreiben) und Top-down Produzenten (Text wird im Vorfeld sorgfältig geplant): Ich vermute, dass viele Weblogbeiträge eher Bottom-up geschrieben werden
- Wandel von reiner Informationsgesellschaft zu Informations- und Kommunikationsgesellschaft: Im Web 2.0 werden verschiedene Funktionen gebündelt und das führt zu veränderten Kommunikationsbedingungen
- Nutzer schreiben domänenspezifisch für eine konkrete Zielgruppe (z.B. Leute mit gleichem Hobby oder Beruf) und bereiten ihre Texte dementsprechend auf: Vermutlich enthalten die Business-Blog-Karneval Beiträge Elemente von Werbe- und Marketingsprache, Beratungssprache und natürlich der Sprache der Neuen Medien, da es sich hier auch um domänenspezifisches Schreiben handelt.
Jakobs, Eva-Maria. 2001. „Textproduktion im 21. Jahrhundert“. In: Handler, Peter (Hrsg). 2001. E-Text: Strategien und Kompetenzen. Frankfurt am Main: Peter Lang GmbH. S. 11-22.
Kategorien: Sprache im Netz
Ein Buch, dass sich mir noch als hilfreich erweisen könnte, sprang mir jetzt ins Auge:
Handler, Peter (Hrsg.). 2001. E-Text: Strategien und Kompetenzen. Frankfurt am Main: Peter Lang GmbH.
Dieses, aus verschiedenen Artikeln bestehende Buch werde ich zum Großteil durcharbeiten und in den nächsten Tagen die Informationen hier veröffentlichen, die ich für mich herausziehen kann.
Kategorien: Meta · Sprache im Netz
Um mich nicht in der Theorie zu verirren, versuche ich mich nun erstmal an der Analyse eines exemplarischen Beitrags. Von der Detailanalyse dieses Artikels versuche ich dann auf ein zu Grunde liegendes Schema aller (oder bestimmter) Beiträge zu schließen und auch Derivationen davon festzustellen. Anhand dieses Schemas und der Derivationen kann ich dann vielleicht bestimmen welche Faktoren eines Blog-Beitrags besonders erfolgversprechend sind.
Erste Analyseergebnisse: Weiterlesen →
Kategorien: Analyse · Rhetorik · Sprache im Netz
Nach zwei Wochen warten, ist der Rücklauf von Fragebögen mager.
Ich habe insgesamt 5 Antworten auf meine Mail bekommen.
Darunter waren:
3 ausgefüllte Bögen (2 per mail, 1 per studiVZ),
1 Anfrage, wie lange die Aktion noch läuft und
1 Notiz, dass aufgrund von Zeitmangel nicht geantwortet werden kann
Das ist zwar ein Anfang, bedeutet aber auch, dass 12 der angeschriebenen Blogger noch gar nicht reagiert haben. Daher starte ich heute nochmal eine Reminder-E-mail und bitte um Teilnahme. Vielleicht kann ich so doch noch ein paar Autoren zur Teilnahme bewegen und meine Ergebnisse etwas repräsentativer gestalten.
Kategorien: Umfrage
Für die Analyse halte ich 2 der 5 Ebenen der Rhetorik (faculties-of-rhetoric.pdf) für besonders wichtig. Arrangement und Style muss ich besonders beachten und auch der Invention sollte ich etwas Aufmerksamkeit schenken, während ich Memory und Delivery aufgrund der schriftlichen Präsentationsform fast komplett vernachlässigen kann.
Für die Style-Analyse besonders anschaulich fand ich die Ausführungen von Lemmermann (lemmermann.pdf), da dort die Wirkungen einzelner Elemente des Wort- und Satzstils explizit wiedergegeben werden.
via:
Dixon, Peter. 1971. Rhetoric. London: Methuen. S.21-43.
Lemmermann, Heinz. 1964. Lehrbuch der Rhetorik: Eine Einführung in die Kunst der Rede. München: Wilhelm Goldmann Verlag. S.82-117.
Kategorien: Rhetorik
Zur groben Einstufung der Weblog-Einträge habe ich erstmal die Gattungen der Rhetorik (gattungen-der-rhetorik.pdf) bemüht. Dabei habe ich herausgefunden, dass die Beiträge zum Business-Blog-Karneval im Großen und Ganzen der deliberativen Gattung zuzuordenen sind, obwohl auch immer Elemente der judizialen und epideiktischen Gattung auftauchen. Doch Reinformen irgendeiner Gattung sind ja grundsätzlich selten. Dies bringt mich für die Analyse aber noch nicht so richtig weiter. Daher muss ich im nächsten Schritt noch weiter in die Materie tauchen.
via:
Dixon, Peter. 1971. Rhetoric. London: Methuen. S.21-43.
Plett, Heinrich F. 2000. Systematische Rhetorik: Konzepte und Analysen. München: Wilhelm Fink Verlag. S.14-20.
Kategorien: Rhetorik