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Eine erste Anwendung

Februar 25, 2008 · Keine Kommentare

Um mich nicht in der Theorie zu verirren, versuche ich mich nun erstmal an der Analyse eines exemplarischen Beitrags. Von der Detailanalyse dieses Artikels versuche ich dann auf ein zu Grunde liegendes Schema aller (oder bestimmter) Beiträge zu schließen und auch Derivationen davon festzustellen. Anhand dieses Schemas und der Derivationen kann ich dann vielleicht bestimmen welche Faktoren eines Blog-Beitrags besonders erfolgversprechend sind.

Erste Analyseergebnisse:

Arrangement:

Überschrift (headline),
allgemeine Einleitung (global Introduction),
Statement (narration),
Hauptpunkt (proposion),
Überblick (division),
Beleg (proof),
Fazit (conclusion)

Style:

reich an Verben, keine Substantivierung
Schlagwörter 1: Erfolg, Umsatz,
Schlagwörter 2: Netz, Blog, Neue Medien
Verwendung von Synonymen und attributiven Zusätzen
Fachausdrücke: (Web)Blog, Web 2.0, Podcast
Abkürzungen: &Co, PR
wenig Fremdwörter

Satzlänge: Mittellang und kurz
Hauptsatz/Nebensatz: mehr Haupt- als Nebensätze
wenige Schachtelsätze (wenn dann als Einschub)
mehr Aktiv- als Passivsätze

wenig Ausrufezeichen
viele Fragezeichen
viele Aufzählungen/ Nummerierungen

generelle Verwendung von “man”, keine direkte Ansprache
“ich” im Fazit

Erste Schlüsse:

Der Aufbau ist wenn man so will klassisch für argumentative Texte und so wenig auffällig. Allein die Widerlegung der (möglichen) Gegenargumente fehlt. Das liegt eventuell an der Ideologie von Weblogs, dass eine Diskussion entstehen und nicht durch Vorwegnehmen gehemmt werden soll.

Stilistisch ist interessant, dass der Text grundsätzlich sehr an der geschriebenen Sprache orientiert ist, aber in gewissen Punkten auch der gesprochenen Sprache ähnelt. So werden vor allem kommunikativ wirkende Stilmittel verwendet, wie Fragen, Einschübe und Mitverstehen. Außerdem ist die Satzstruktur generell wenig komplex, die Sätze sind aktiv und es werden wenig Fachwörter, Fremdwörter und Abkürzungen verwendet.

Diesem ersten Anwendungsversuch werden noch weitere folgen und natürlich werden noch Vertiefungen stattfinden, um auf einer breiteren Basis zu arbeiten.

Kategorien: Analyse · Rhetorik · Sprache im Netz

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