Beiträge vom Februar 2008
- Rascher Zuwachs an (mehr oder weniger professionellen) schriftsprachlichen Kommunikaten durch die technischen Weiterentwicklungen und Vereinfachungen und die „Veralltäglichung“ von PC und Internet
- Bottom-up (Text entsteht beim Schreiben) und Top-down Produzenten (Text wird im Vorfeld sorgfältig geplant): Ich vermute, dass viele Weblogbeiträge eher Bottom-up geschrieben werden
- Wandel von reiner Informationsgesellschaft zu Informations- und Kommunikationsgesellschaft: Im Web 2.0 werden verschiedene Funktionen gebündelt und das führt zu veränderten Kommunikationsbedingungen
- Nutzer schreiben domänenspezifisch für eine konkrete Zielgruppe (z.B. Leute mit gleichem Hobby oder Beruf) und bereiten ihre Texte dementsprechend auf: Vermutlich enthalten die Business-Blog-Karneval Beiträge Elemente von Werbe- und Marketingsprache, Beratungssprache und natürlich der Sprache der Neuen Medien, da es sich hier auch um domänenspezifisches Schreiben handelt.
Jakobs, Eva-Maria. 2001. „Textproduktion im 21. Jahrhundert“. In: Handler, Peter (Hrsg). 2001. E-Text: Strategien und Kompetenzen. Frankfurt am Main: Peter Lang GmbH. S. 11-22.
Kategorien: Sprache im Netz
Ein Buch, dass sich mir noch als hilfreich erweisen könnte, sprang mir jetzt ins Auge:
Handler, Peter (Hrsg.). 2001. E-Text: Strategien und Kompetenzen. Frankfurt am Main: Peter Lang GmbH.
Dieses, aus verschiedenen Artikeln bestehende Buch werde ich zum Großteil durcharbeiten und in den nächsten Tagen die Informationen hier veröffentlichen, die ich für mich herausziehen kann.
Kategorien: Meta · Sprache im Netz
Um mich nicht in der Theorie zu verirren, versuche ich mich nun erstmal an der Analyse eines exemplarischen Beitrags. Von der Detailanalyse dieses Artikels versuche ich dann auf ein zu Grunde liegendes Schema aller (oder bestimmter) Beiträge zu schließen und auch Derivationen davon festzustellen. Anhand dieses Schemas und der Derivationen kann ich dann vielleicht bestimmen welche Faktoren eines Blog-Beitrags besonders erfolgversprechend sind.
Erste Analyseergebnisse: (mehr…)
Kategorien: Analyse · Rhetorik · Sprache im Netz
Nach zwei Wochen warten, ist der Rücklauf von Fragebögen mager.
Ich habe insgesamt 5 Antworten auf meine Mail bekommen.
Darunter waren:
3 ausgefüllte Bögen (2 per mail, 1 per studiVZ),
1 Anfrage, wie lange die Aktion noch läuft und
1 Notiz, dass aufgrund von Zeitmangel nicht geantwortet werden kann
Das ist zwar ein Anfang, bedeutet aber auch, dass 12 der angeschriebenen Blogger noch gar nicht reagiert haben. Daher starte ich heute nochmal eine Reminder-E-mail und bitte um Teilnahme. Vielleicht kann ich so doch noch ein paar Autoren zur Teilnahme bewegen und meine Ergebnisse etwas repräsentativer gestalten.
Kategorien: Umfrage
Für die Analyse halte ich 2 der 5 Ebenen der Rhetorik (faculties-of-rhetoric.pdf) für besonders wichtig. Arrangement und Style muss ich besonders beachten und auch der Invention sollte ich etwas Aufmerksamkeit schenken, während ich Memory und Delivery aufgrund der schriftlichen Präsentationsform fast komplett vernachlässigen kann.
Für die Style-Analyse besonders anschaulich fand ich die Ausführungen von Lemmermann (lemmermann.pdf), da dort die Wirkungen einzelner Elemente des Wort- und Satzstils explizit wiedergegeben werden.
via:
Dixon, Peter. 1971. Rhetoric. London: Methuen. S.21-43.
Lemmermann, Heinz. 1964. Lehrbuch der Rhetorik: Eine Einführung in die Kunst der Rede. München: Wilhelm Goldmann Verlag. S.82-117.
Kategorien: Rhetorik
Zur groben Einstufung der Weblog-Einträge habe ich erstmal die Gattungen der Rhetorik (gattungen-der-rhetorik.pdf) bemüht. Dabei habe ich herausgefunden, dass die Beiträge zum Business-Blog-Karneval im Großen und Ganzen der deliberativen Gattung zuzuordenen sind, obwohl auch immer Elemente der judizialen und epideiktischen Gattung auftauchen. Doch Reinformen irgendeiner Gattung sind ja grundsätzlich selten. Dies bringt mich für die Analyse aber noch nicht so richtig weiter. Daher muss ich im nächsten Schritt noch weiter in die Materie tauchen.
via:
Dixon, Peter. 1971. Rhetoric. London: Methuen. S.21-43.
Plett, Heinrich F. 2000. Systematische Rhetorik: Konzepte und Analysen. München: Wilhelm Fink Verlag. S.14-20.
Kategorien: Rhetorik
David Cristal formuliert außerdem, dass Netspeak häufig gegen die Grice’schen Maximen verstößt.
Der Qualität widersprechen beispielsweise trolling und spoofing.
Der Quantität widersprechen sowohl lurking als auch spamming oder flaming.
Der Relevanz widersprechen z.B. schnelle Themenwechsel.
Der Art und Weise wiederspircht einiges, da keine festen Konventionen existieren um Ambiguität zu vermeiden oder die übliche Länge eines Textes im Internet festzulegen.
Dieses wird vor allem durch die Anonymität des Internets und den höheren Grad der Nonkonformität unter Usern begünstigt.
Ich vermute, dass Verstöße gegen die Grice’schen Maximen im Bezug auf Business-Blog-Beiträge nur eine marginale Rolle spielen. Anonymität besteht aufgrund des Präsentations- und Werbecharakters solcher Beiträge nicht und durch den engen Rahmen gibt es auch keinen großen Spielraum für Nonkoformität. Verstöße gegen die Grice’schen Maximen werden nur in dem Rahmen auftreten, in dem sie auch bei anderen (geschriebenen) Texten auftreten.
via: Crystal, David. 2001. Language and the Internet. Cambridge: Cambridge University Press. pp.1-61.
Kategorien: Sprache im Netz
David Crystal definierte in seinem Buch Language and the Internet die Sprache im Netz als Netspeak. Hierbei soll „net“ für die Interaktivität stehen, während „speak“ sowohl Sprechen als auch Schreiben umschließen soll. So ist Netspeak mehr als nur eine Mischung aus Merkmalen gesprochener und geschriebener Sprache. Sender und Empfänger sind maßgeblich von den Grenzen und Möglichkeiten des elektronischen Kanals, der Intensität des Sprachgebrauchs und der Globalität des Internets beeinflusst.
Kriterien:
Gesprochene Sprache ist: Zeitgebunden, spontan, face-to-face, lose strukturiert, sozial interaktiv, sofort überarbeitbar, reich an Prosodie
Geschriebene Sprache ist: Ortsgebunden, konstruiert, visuell dekontextualisiert, sorgfältig strukturiert, tatsächlich kommunikativ, mehrfach überarbeitbar, graphemisch reich
Orientiert an diesen Kriterien kommt das Netspeak von Websites geschriebener Sprache sehr nahe, während das Netspeak aus Chatgroups gesprochener Sprache sehr nahe kommt. Andere Anwendungen wie E-Mail, Foren und virtuelle Welten finden sich in Abstufungen dazwischen.
Für mich wäre es hier interessant herauszufinden, wo genau die verschiedenen Weblog-Beiträge auf der Skala von gesprochener zu geschriebener Sprache einzustufen sind. Vielleicht beeinflusst der Grad der Alltags- oder Schriftsprachlichkeit ja die Rezeption bzw. Leserbindung? (mehr…)
Kategorien: Sprache im Netz
Für meinen theoretischen Hintergrund ist es erstmal wichtig einen Überblick über relevante Analysekriterien für Weblog-Beiträge zu bekommen.
Ich beschäftige mich in den nächsten Tagen und Wochen also erstmal mit Rhetorik und Rhetorikanalyse und eine solide Basis zu bekommen.
Wichtig ist auch ein Einblick in die Forschung zu netzspezifischen Sprachmerkmalen zu bekommen, da mir sonst vielleicht wichtige Punkte bei den ersten Analysen der Weblog-Beiträge entgehen.
Vielleicht kann ein Seitenblick auf Werbetexte und Journalistisches Schreiben auch nicht schaden, da ich mich im Business-Blog-Umfeld bewege.
Ein Anfang wird mit
Sprache im Netz und
Rhetorik
jedenfalls erstmal gemacht.
Kategorien: Meta
Was einen praktisch-evaluativen Teil haben soll, muss auch praktisch angegangen werden!
Aus diesem Grund arbeite ich zuerst einen Fragebogen aus, den ich per Mail an die 17 Teilnehmer des Blogkarnevals versende.
Mit dem Fragebogen verfolge ich 2 verschiedene Ziele:
1. möchte ich einen genaueren Einblick in die Produktion der Beiträge bekommen und
2. möchte ich erste Eindrücke zur Rezeption der (eigenen und fremden) Posts sammeln
Daher beziehen sich die ersten drei Fragen auf die Entstehung der Artikel,
1. Wie sind Sie auf den Blog Karneval aufmerksam geworden? Warum haben Sie am närrischen Treiben teilgenommen?
2. Wie ist Ihr Beitrag entstanden? Haben Sie ihn eigens neu geschrieben, einen alten Beitrag neu aufgelegt, etc?
3. Wie schreiben Sie ihre Posts? Nach bestimmten Grundsätzen, aus dem Bauch heraus, … ? Was ist Ihnen wichtig an einem Blog Post?
während die letzten drei Fragen sich darauf beziehen, wie die Blogger die Beiträge anderer Autoren wahrgenommen haben und wie ihrer Meinung nach die eigenen Artikel angekommen sind.
4. Haben Sie auch die Beiträge der anderen Teilnehmer gelesen? Welchen Beitrag fanden Sie besonders gelungen?
5. Haben Sie persönlich einen anderen Teilnehmer-Blog beim Karneval neu entdeckt und danach regelmäßig gelesen?
6. Wie war das Feedback nach Ihrem Artikel? Hatten Sie merklich mehr Traffic auf Ihrem Blog? Oder sind neue Kontakte zu anderen Bloggern entstanden?
Nun heißt es abwarten. Ich hoffe, dass ich viele Reaktionen erhalte um einen möglichst umfassenden Überblick über Produktion und Rezeption der Beiträge zu erhalten.
Kategorien: Umfrage